Christoph Hein
Verwirrnis

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Christoph Hein: VerwirrnisBuch des Monats Juni 2019
Suhrkamp 2018 | gebunden | 303 Seiten
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Inhaltsangabe zu Verwirrnis von Christoph Hein:

Friedeward liebt Wolfgang. Und Wolfgang liebt Friedeward. Sie sind jung, genießen die Sommerferien, fahren mit dem Fahrrad die weite Strecke ans Meer, und reden stundenlang über Gott und die Welt. Sie sind glücklich, wenn sie zusammen sind, und das scheint ihnen alles zu sein, was sie brauchen. Doch keiner darf wissen, dass sie mehr sind als beste Freunde. Es sind die 1950er-Jahre, sie leben im katholischen Heiligenstadt, und für die Menschen um sie herum, besonders für Friedewards strenggläubigen Vater, ist ihre Liebe eine Sünde. Käme ihre Beziehung ans Licht, könnten sie alles verlieren.

Liebe trotzt allen Widrigkeiten

Als sie zum Studium nach Leipzig gehen – Friedeward studiert Germanistik, Wolfgang Musik –, finden sie dort eine Welt gefeierter Intellektueller, alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist. Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. Zu viert besuchen sie die legendären Vorlesungen im Hörsaal vierzig, gehen ins Theater, tauchen gemeinsam ein ins geistige Leben der Stadt.Und da reift in den drei Freunden der Plan: Wäre es nicht die perfekte ›Tarnung‹, wenn einer von ihnen Jacqueline zum Schein heiraten würde?
In seinem neuen Roman erzählt der große deutsche Chronist Christoph Hein bewegend von einer Liebe, die über Jahre hinweg allen Widrigkeiten trotzt – und zeichnet zugleich ein lebendiges Panorama deutschen Geisteslebens.


Kritiker zu Verwirrnis von Christoph Hein:

Judith von Sternburg (Frankfurter Rundschau) meint, der Roman sei „erzählerisch und lebensvoll bis ins Beschwingte.“
Harald Jähner (Berliner Zeitung) findet, das Buch sei „in einem so akkuraten wie dezenten Stil erzählt, als habe sich die Sprache den besorgt-brillanten Manieren ihres Protagonisten anverwandelt.“
Paul Jandl (Neue Zürcher Zeitung) berichtet, Hein habe einen großartig leisen Roman „über das Geschrei und das Gefuchtel der Moral“ geschrieben.
Für Jörg Magenau (Deutschlandfunk Kultur) ist diese „Geschichte der großen Gefühle in aller Nüchternheit – unaufdringlich, aber immer präsent“ erzählt.
Terrance Albrecht (WDR 5) ist verblüfft darüber, dass die unaufgeklärte Gesellschaft der beiden deutschen Staaten im Hnblick auf den Umgang mit „Außenseitern“ lange ungeteilt war.
Christian Eger (Mitteldeutsche Zeitung) behauptet, diesen psycho-sozialen Roman klüger verlasssen als begonnen zu haben.
Tobias Schwartz (Der Tagesspiegel) hält „Verwirrnis“ für eine „ebenso spannende wie bewegende Geschichte“ in bedrückender Ära und Hein für einen „der scharfsinnigsten Chronisten der deutschen Gegenwartsliteratur“.
Und Katharina Teutsch (Die literarische Welt) las hier „eine berührende Geschichte von Liebe, Strafe und Verrat.“


Gerds Meinung zu Verwirrnis von Christoph Hein:

Das Buch ist gut. Es behandelt Themen, die so noch nicht behandelt wurden: Schwulsein in der DDR. Vom Ende des Krieges bis zum Ende der DDR. Und darüber hinaus. Es berichtet von einem Mann, einem schlauen Kopf, einem führenden Geisteswissenschaftler, der es Zeit seines Lebens nicht schafft, sich von der rigiden, homophoben, erzkonservativ-katholischen Sichtweise seines Vaters auf ihn zu befreien. Ein Mann, der in der Wissenschaft neue Wege geht, nicht den Autoritäten gehorcht. Der etwas schafft und internationales Ansehen genießt. Und der am Ende scheitert. Nicht am Schwulsein. Nicht an der Autorität des Vaters oder des DDR-Staates. Sondern nach der Wende an einer kleinlichen Intrige skrupelloser Emporkömmlinge. – Wichtige, spannende Geschichte, aber …
Aber … Für meinen Geschmack etwas trocken geschrieben, zu sehr Berichtsstil. Das hatte etwas Sprödes. Ich hatte den Eindruck, dass Hein keine wahre Empathie für seine Protagonisten hat. Und damit war auch mir der Draht zu den Figuren unterbrochen. Ich konnte mich über Handlungen aufregen, mich über geistreiche Repliken freuen, über beschriebene Tragödien trauern. Aber ich konnte mich nicht MIT den Romanhelden aufregen, mich MIT ihnen freuen oder MIT ihnen trauern.
Ich weiß, dass es schwer sein wird, meine Bedenken zu verstehen. Und ich weiß, dass andere Leser mehr begeistert, sehr begeistert von „Verwirrnis“ sind. (Wir haben das Buch bei den Literatunten in der Gruppe ausführlich diskutiert. Ich war der einzige, der es nicht rundweg phantastisch fand.) Daher möchte ich das Buch trotz meiner Einwände ausdrücklich zum Lesen empfehlen.


Meinung von Top-Rezensenten der Community zu Verwirrnis von Christoph Hein:

Alex (#57 Top-Reviewer bei Goodreads) hat das Buch nicht begeistert. Er findet es trocken und nüchtern. Im ersten Teil sei es noch „manchmal spannend. Auch für ein Moment fesselnd. Aber das war’s. Sonst ist nichts.“
Semjon (#17 Best Reviewer bei Goodreads) liest den Roman und ist schließlich verwirrt. Anfänglich sei der Text „ja noch ganz in Ordnung. Aber was Christoph Hein dann im letzten Viertel aus dem Roman macht,“ bliebe ihm ein Rätsel. Wäre Hein bei der „Liebesbeziehung der Jugendlichen geblieben und hätte dies ordentlich zu Ende erzählt, das Buch wäre … (ihm) … in guter Erinnerung geblieben. Aber diese nüchterne Erzählweise gepaart mit dem reichhaltigen Themencocktail lässt … (ihn) … am Ende nur verwirrt und unbefriedigt zurück.“

Weitere Werke von Christoph Hein:

  • Einladung zum Lever Bourgeois • Erzählung 
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  • Frau Paula Trousseau • Roman 
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