Samuel R. Delany: Die Bewegung von Licht in Wasser

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Samuel R. Delany: Die Bewegung von Licht in WasserGolkonda 2014 | Taschenbuch | 634 Seiten
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Inhalt von „Die Bewegung von Licht in Wasser“ von Samuel R. Delany:

In seiner Autobiographie erzählt Delany von Hipstern und Junkies. Er berichtet von schwulen Truckern und berühmten Dichtern. Und er schildert die Entdeckung seiner Homosexualität und seine Berufung zum Autor. Dabei erkundet er in seinen Erinnerungen nicht nur eine Stadt und eine Zeit, in denen sich unser heutiges Welt- und Kunstverständnis entwickelt haben. Genau so erkundet er die Möglichkeiten und Grenzen des autobiographischen Schreibens selbst. Ein unwahrscheinliches Leben und ein großes Buch!
(Empfehlung: „Eisenherz“ 8/14 & 9/14)

Bens Meinung zu „Die Bewegung von Licht in Wasser“ von Samuel R. Delany:

Im New York der frühen 60er Jahre existieren die unterschiedlichsten Lebensentwürfe nebeneinander. Manchmal überlagern sie sich. Auf weiten Strecken aber sind sie hermetisch voneinander getrennte, verschiedene Welten. In und zwischen diesen bewegt sich der junge schwarze Schriftsteller. Seine romanhafte Autobiographie wird hier vorgestellt. Vielleicht ist sie etwas kurz für eine Autobiographie. Denn der Berichtszeitraum umfasst gerade einmal 3-4 Jahre. Vielleicht erscheint sie etwas früh für einen Lebensrückblick. Immerhin ist der Autor zu Beginn seines Berichts 17 Jahre alt. Aber dennoch ist sie faszinierend offen und teilweise sehr philosophisch.
Noch herrscht Rassentrennung in den Südstaaten der USA. Noch sind die Geschlechterrollen eindeutig festgelegt. Und doch spürt man den kommenden Umbruch, die Umwertung aller Werte.
Delany und seine Frau Marilyn Hacker beziehen ein Appartement in der Lower East Side. Sie wohnen zwischen Arbeitern und Aussteigern, Junkies und Künstlern. Delany schreibt an seinen Science-Fiction-Romanen, mit denen er großen Erfolg haben wird. Die Gedichte seiner Frau passt er geschickt in seine Erzählungen ein. Er besucht unregelmäßig die Universität. Er nimmt Jobs an und lässt sie wieder fallen. Und er erkundet – nachts und tagsüber – die Möglichkeiten, die ihm die rastlose Stadt bietet. Vor allem in sexueller Hinsicht sind diese vielgestaltiger als man heute meinen möchte. Unter der Oberfläche hat es eben alles schon immer gegeben. Die Drag Queens und die Machos, Sado-Maso-Beziehungen, schneller Sex und die Suche nach dem Märchenprinzen existieren mehr oder weniger friedlich nebeneinander her.

⇒ Delany wurde sich seines Schwulseins erst langsam bewusst ⇐

So laufen auch in Delanys Bericht verschiedene Erzählstränge nebeneinander her. Das führt zu einem eigenen, ungewöhnlichen Erzählrhythmus. Er reflektiert seine sehr offene Ehe, seine Position als schwarzer schwuler Mann einfühlsam und genau. Was für ihn selbstverständlich ist, ist für andere manchmal ein Problem. Zumindest aber eine Herausforderung. Und er selbst wird sich seines Schwulseins erst langsam bewusst. Obwohl er es nie in Frage stellt. Doch welchen Platz er ihm in seinem Leben einräumen kann und will, das kristallisiert sich erst heraus. Diesen Prozess erlebt der Leser in diesem sehr lesenswerten Bericht.
Samuel R. Delany lebt heute in Philadelphia und leitet an der Temple University das ‚Graduate Creative Writing Program‘. Im Golkonda Verlag sind einige seiner SF-Romane erschienen, weitere sind in Vorbereitung.



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