Didier Eribon

Didier Eribon (* 10. Juli 1953 in Reims) ist ein französischer Journalist, Autor, Soziologe und Philosoph. Er forscht und lehrt als Professor an der Université de Picardie Jules Verne in Amiens. Im deutschsprachigen Raum kam 2016 sein Bestseller „Rückkehr nach Reims“ heraus, eines seiner Hauptwerke, das in Frankreich bereits 2009 erschienen war.


Biografisches zu Didier Eribon

Eribon wurde 1953 in Reims geboren, wo er seine Kindheit verbrachte. Er wuchs in einer typisch französischen Arbeiterfamilie auf: Die Mutter arbeitete als Putzfrau, der Vater als Fabrikarbeiter. Die Familie wählte die Kommunistische Partei. In seiner „autobiografischen Analyse“ Rückkehr nach Reims aus dem Jahr 2009 (dt. 2016) erinnert er sich an Reims „als Stadt der Beleidigung“ und an seine dortige Existenz als Arbeiterkind, das seine Homosexualität entdeckt und deshalb geschmäht wird.
Er studierte Philosophie zunächst in Reims, dann in Paris. Er wollte Lehrer am Lycée werden, scheiterte aber und schloss auch seine Doktorarbeit nicht ab. Anders als seinerzeit in den deutschsprachigen Ländern kann man in Frankreich auch ohne Habilitationsschrift an Universitäten als Hochschullehrer tätig sein. Eribon begann als Journalist über Philosophie und Literatur zu schreiben. Von der „Libération“ wechselte er zum Magazin „Le Nouvel Observateur“. Er wandte sich zunehmend dem Schreiben über die Themen Geschichte des schwulen Lebens und schwuler Subjektivität zu und verstand seinen Beruf als Journalist vermehrt als Broterwerb, der ihm das Verfassen von Büchern erlaubte. Später erhielt er eine Anstellung als Hochschullehrer an der Universität Amiens. Daneben hatte er mehrere Jahre Gastprofessuren an der University of California in Berkeley sowie am Institute for Advanced Study in Princeton inne.
Eribon lebt in Paris. Sein Partner ist der Philosoph Geoffroy de Lagasnerie.

Werk

Eribon verfasste zahlreiche Bücher, darunter Gesprächs- und Interviewbände mit Georges Dumézil, Claude Lévi-Strauss und Ernst Gombrich. 1989 veröffentlichte er eine viel beachtete und seither in zahlreichen Auflagen und Übersetzungen erschienene Biografie zu Michel Foucault.
Die französische Ausgabe seines autobiografisch geprägten „nonfiktionalen Romans“ „Rückkehr nach Reims“ erschien 2009. Der Text gilt als eine Art Schlüsselwerk zum Verständnis der gesellschaftlichen Gegenwart. Mit „Gesellschaft als Urteil“ (2013) schließt er an „Rückkehr nach Reims“ an, indem er sich weiter mit dem Konzept der Klasse beschäftigt. Bereits zuvor erschien 2005 mit „Der Psychoanalyse entkommen“ eine kritische Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse. Darin entwickelt er seine scharf formulierten Thesen gegen den Austromarxismus infolge der 68er-Bewegung und betont die Bedeutung von „Liebe“ und „Sexualität“ in unterschiedlichen Zusammenhängen. Auch die Queer-Theorie sei zu stark beeinflusst vom Gedankengut Sigmund Freuds und Jacques Lacans. Seine kleine Schrift versteht er als Manifest gegen die Normativität der Psychoanalyse.


Auswahl der in deutscher Übersetzung erschienenen

Werke Didier Eribons


Weblinks zu Didier Eribon

Blog: http://didiereribon.blogspot.com/


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