David Fuchs
Bevor wir verschwinden

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David Fuchs: Bevor wir verschwindenBuch des Monats März 2020
Haymond 2018 | gebunden | 216 Seiten
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Inhaltsangabe zu Bevor wir verschwinden von David Fuchs:

„Bevor wir verschwinden“ ist die Geschichte einer Wiederbegegnung im Angesicht des Abschieds – zärtlich und lange nachhallend.

Eine zärtliche Liebe unter ungewöhnlichen Umständen

Als angehender Arzt absolviert Benjamin ein Praktikum auf der Krebsstation. Dass er dort ausgerechnet auf seine Jugendliebe Ambros trifft, hätte er sich nicht träumen lassen. Ambros wird als Patient behandelt, sein Körper ist voller Metastasen. Inmitten des Krankenhausalltags nähern sich die beiden behutsam wieder aneinander an. Zwischen resoluten Krankenschwestern und röchelnden Zimmernachbarn, jovialen Oberärzten und unbelehrbaren Notfallskandidaten ist ihnen bewusst, dass es die Augenblicke sind, die ihnen bleiben …

Eine Hommage an den Augenblick: berührend und lebensnah, mitunter auch zum Schmunzeln

David Fuchs, selbst Onkologe, erzählt die Geschichte der jungen Männer ohne jegliche Rührseligkeit, dafür mit feinem Sinn für das Verschrobene im Zwischenmenschlichen – und berührt damit umso mehr. Mühelos birgt er die Schönheit und Leichtigkeit des Lebens im Angesicht eines Abschieds. Der FM4-Wortlaut-Gewinner legt damit ein starkes Debüt vor, gewürzt mit ein bisschen Neunzigerjahre-Feeling, in dem er zeigt, dass die großen Gefühle in den kleinen Gesten stecken.


Kritiker zu Bevor wir verschwinden von David Fuchs:

Autorin Juliane Seidel auf „Like a Dream“: „‚Bevor wir verschwinden‘ ist ein intensives, sehr eindringlich geschriebenes Debüt, das aus der breiten Masse heraussticht. David Fuchs legt keine leichte Kost vor – sowohl inhaltlich als auch stilistisch… Man sollte sich Zeit nehmen, … denn es ist kein Stoff für Zwischendurch.“


Gerds Meinung zu Bevor wir verschwinden von David Fuchs:

Was ich da gelesen habe, hat mich seltsam berührt. Ein Medizinstudent trifft während eines Praktikums auf der Krebsstation auf seinen Ex. Dieser ist schwer erkrankt. Sehr schwer.
Der sehr nüchterne Kurzsatzstil des Autors macht es mir schwer, den beiden ehemalige oder wiederkehrende Gefühle füreinander abzukaufen. Selbst in den Rückblenden, die eine Zeit widerspiegeln, in denen Ben und Ambros ein Paar sein sollten, erlebe ich zwar gemeinsame Momente, aber keine Zusammengehörigkeit. Ben versucht Nähe und Zärtlichkeit, Ambros verhindert sie. Mehrfach. Wenn mir der Text nicht ständig versichern würde, dass die beiden ein Paar gewesen sind, hätte ich meine Zweifel.

Und warum bekommt der Roman dann vier Sterne von mir?

Weil er mir reiche Gedanken beschert hat; weil er mich zu eigenen Gefühlen geführt hat; weil er nicht jede Handlung zu erklären versucht, selbst wenn sie absurd zu sein scheint. Genau darum denke ich noch jetzt darüber nach. Suche ich nach Motiven, Beweggründen für das Tun der Protagonisten. Und eben so wird mir das Innere der Figuren als mein eigenes Inneres deutlich. Der eine, Ben, liebt und muss sich doch distanzieren, um die Situation auszuhalten. Anfänglich einen professionellen Abstand wahrend, so sehr, dass mich seine scheinbare emotionelle Leere verblüfft, kann er mit fortschreitender Handlung seinen Emotionen immer weniger Widerstand entgegenbringen. Am Ende ist er der Sentimentale, der Menschliche, der zu unendlicher Nähe fähig ist. Und der diese Nähe braucht, um mit dem Schicksal klar zu kommen.
Der andere, der Kranke, Ambros, muss damit klarkommen, dass er bereits alles erlebt hat, was er erleben konnte. Er kann nur noch Abschied nehmen. Und das tut er. Immer und immer wieder. Mit den Mitteln, mit denen er sich schon immer am besten auszudrücken vermochte: mit seinen Polaroids. Nur sich selbst verabschieden, das kann er dann doch nicht. Ich kann das verstehen.
Eigentlich ist das ein sehr schweres Buch. Es geht um Abschied und Tod. Sachen, die einem empfindsamen Menschen sehr zu schaffen machen. Und so bin ich dem oben erwähnten distanzierten, nüchternen Kurzsatzstil des Autors schlussendlich sogar sehr dankbar, dass er mir die Chance lässt, nicht allzu tief in die Melancholie abzugleiten.

Fazit:

Lesenswert und empfehlenswert.


Weitere Werke von David Fuchs:

  • Leichte Böden • Roman 
    Kauf
Cover  

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