Truman Capote: Andere Stimmen, andere Räume

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Truman Capote: Andere Stimmen, andere RäumeBei den Litertunten im Juni 2014
Kein & Aber 2006 | Leinen | 252 Seiten
Buch kaufen: Amazon.de EUR 12,00
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Inhalt von „Andere Stimmen, andere Räume“ von Truman Capote:

Nach dem Tod seiner Mutter soll der 13-jährige Joel zu seinem Vater ziehen. Dieser ist für ihn ein völlig Unbekannter. Auf dem riesigen, verfallenen Anwesen findet er nur seine missmutige Stiefmutter Miss Amy und seinen verdorbenen Cousin Randolph vor. Von seinem Vater fehlt jede Spur. Es beginnt eine halluzinatorisch anmutende Begegnung Joels mit einer sonderbaren Erwachsenenwelt.
Für Capote war der Roman sein „Versuch, Dämonen auszutreiben“. Sein eigener Vater blieb Zeit seines Lebens ein Phantom. Mit dem Roman katapultierte sich der erst 24-jährige 1948 in die erste Schriftstellerliga. Die Kritiker rühmten ihn als Ausnahmetalent. Das Umschlagfoto der Erstausgabe war ein kleiner Skandal: Der mädchenhaft hübsche Debütant selbst schaut in verführerischer Unschuld in die Kamera.


Literatunten-Meinung zu „Andere Stimmen, andere Räume“ von Truman Capote:

Die Erzählung Capotes weist eine hohe stilistische Qualität auf. Der Text ist reif und tiefgründig. Das hätten wir von einem 24-jährigen nicht erwartet. Capote hat seine genauen Beobachtungen gut in seinen Text umgesetzt. Das zeigt sich in der nuancenreichen Gestaltung der Figuren.
Neu war für die Meisten, dass der Autor im freundschaftlichen Verhältnis zwischen dem verträumten, introvertierten Joel und der frechen, jungenhaften Idabel eine eigene Freundschaft reflektiert. Nämlich die mit der aus seinem Heimatort stammenden und ihm ein Leben lang verbundenen Harper Lee („Wer die Nachtigall stört“). Nebelhaft geistert das Geschehen um Joel. Im Laufe der Erzählung kann er sich ein ganzes Stück von seinem schüchternen, zurückgezogenen Ich emanzipieren. Ob das Vorbild des offen schwulen Cousins Randolph dabei hilfreich oder hinderlich ist, möge jeder Leser selbst entscheiden.
Insgesamt auch heute noch ein sehr lesenswerter Text. Er will in Ruhe gelesen werden. Und offenbart manches Geheimnis vielleicht sogar erst bei der Zweitlektüre.



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