Truman Capote „Andere Stimmen, andere Räume“

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Buch des Monats Juni 2014
 
Truman Capote Kein & Aber 2006 | Leinen
252 Seiten | 18,90 €
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Klappentext:
Nach dem Tod seiner Mutter soll der 13-jährige Joel Knox zu seinem Vater ziehen, für ihn ein völlig Unbekannter. Als er in Alabama auf dem Land ankommt, findet er auf dem riesigen, verfallenen Anwesen nur seine missmutige, spröde Stiefmutter Miss Amy und seinen verdorbenen Cousin Randolph vor, die wie Gespenster durch das geheimnisvolle Haus geistern – von seinem Vater fehlt weiterhin jede Spur. Der Roman war, sagte Capote, sein »Versuch, Dämonen auszutreiben«, sein eigener Vater blieb Zeit seines Lebens ein Phantom. Mit der Veröffentlichung der halluzinatorisch anmutenden Begegnung eines Jungen mit einer sonderbaren Erwachsenenwelt katapultierte sich der damals 24-jährige Truman Capote 1948 augenblicklich in die erste Schriftstellerliga – die Kritiker rühmten ihn als Ausnahmetalent und machten aus dem Umschlagfoto des mädchenhaft hübschen Debütanten, auf dem er in verführerischer Unschuld in die Kamera schaut, einen kleinen Skandal.


Literatuntenmeinung:
Allgemein gelobt wurde im Literatuntentreffen am 25. Juni 2014 die stilistische Qualität und die inhaltliche Tiefe der Erzählung Capotes. Es schien den Anwesenden bemerkenswert, dass ein so junger Autor (er war im Erscheinungsjahr gerade 23 Jahre alt) so einen reifen und tiefgründigenText schreiben konnte. Capote hat eine sehr gute Beobachtungsgabe haben müssen, um die im Roman vorkommenden Menschen des verarmten amerikanischen Südens so nuancenreich sprachlich charakterisieren zu können. Immer wieder erinnert er an bessere Zeiten, in anderen Räumen und mit anderen Stimmen bzw. Ausdrucksweisen. – Sowohl im Leben des jungen Protagonisten, als auch in der Landesgeschichte. Neu war für die Meisten, dass der Autor im freundschaftlichen Verhältnis zwischen dem verträumten, introvertierten Joel und der frechen, jungenhaften Idabel offenbar seine Freundschaft mit der aus seinem Heimatort stammenden und ihm ein Leben lang verbundenen Harper Lee („Wer die Nachtigall stört“) reflektiert. Nebelhaft geistert das Geschehen um Joel, der sich im Laufe der Erzählung doch ein ganzes Stück von seinem schüchternen, zurückgezogenen Ich emanzipieren kann. Ob das Vorbild des offen schwulen, sich dann und wann in Damenkleidung zeigenden Cousins Randolph dabei hilfreich oder hinderlich ist, möge jeder Leser selbst entscheiden.
Insgesamt auch heute noch ein sehr lesenswerter Text, der in Ruhe gelesen sein will und manches Geheimnis vielleicht sogar erst bei der Zweitlektüre offenbart.



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