Reinaldo Arenas: Bevor es Nacht wird

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Buch des Monats Oktober 2013
Reinaldo Arenas: Bevor es Nacht wird (Cover)dtv 2011 | Taschenbuch
400 Seiten | 11,90 €
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Inhalt von „Bevor es Nacht wird“ von Reinaldo Arenas:

„Seit langem hat mich kein Buch so bewegt“, so Mario Vargas Llosa
„Der Freund der mir die Shorts besorgt hatte, versteckte mich in einer der Kabinen am Strand und ging zu meinem Haus, das jetzt von Polizisten mit Hunden bewacht wurde. Er sagte, ich solle schnell ins Meer springen und mich hinter einer Boje verstecken, da würden mich die Hunde nicht aufspüren.“ Der Versuch, schwimmend eine amerikanische Militärbasis zu erreichen, scheitert. Dann folgen Gefängnis, Verhöre durch die Staatssicherheit, wieder Gefängnis: So verlief das Leben des schwulen, oppositionellen Dichters Arenas in Kuba. Seine Weigerung, sich zum Hymnenschreiber Castros degradieren zu lassen, hätte schon ausgereicht, ihn zum Dissidenten zu machen. Verfolgt wird er aber vor allem, weil er die Unverschämtheit besitzt, seine Homosexualität übermütig und ungezügelt auszuleben. Darum wird er zum Vogelfreien. Als Arenas dieses Buch begann, konnte er nur in den Bäumen des Leninparks in Havanna ungestört schreiben bevor es Nacht wurde. Daher der Titel des Werks.
Wegen seiner eindringlichen Intensität hat Julian Schnabel diesen Roman mit Javier Bardem und Johnny Depp verfilmt. Dafür hat er auf der Biennale von Venedig 2000 den Großen Preis der Jury erhalten.
Die beeindruckende Autobiographie eines schwulen oppositionellen Dichters in Kuba: Zeugnis von Unterdrückung und Gewalt, aber auch von Lebenslust, sexueller Ungezügeltheit und der oft lebensgefährlichen Notwendigkeit zu schreiben.

Kritiker-Meinungen zu „Bevor es Nacht wird“ von Reinaldo Arenas:

Der Spiegel
„Erschütternd und zugleich mitreißend komisch.“
Guillermo Cabrera Infante (lettre)
„In einem Wettlauf gegen den Tod geschrieben, hingeschmiert, … diktiert, gesprochen, gebrüllt, ist dieses Buch sein Meisterwerk.“
Reisemagazin „Kuba“
„Die Autobiografie eines Homosexuellen, in der er mit dem Regime Castro abrechnet. Der Autor beschreibt die Unterdrückung, die Verfolgung und seine Flucht nach Miami.“

Literatunten-Meinung zu „Bevor es Nacht wird“ von Reinaldo Arenas:

Der Roman gehört nicht zu den besten Texten des Autors. Er ist voller Wut und unter ungünstigen Bedingungen geschrieben. Das schlägt sich im ganzen Buch nieder. In „Bevor es Nacht wird“ rechnet Arenas mit Castros Kuba ab. Er schildert den Machismo der Gesellschaft, die bittere Armut der Bevölkerung, den Niedergang der Umgangsformen, die Grausamkeit des Regimes, die absurde Willkür der Entscheidungen und die Gleichgültigkeit der Machthaber gegenüber dem Elend der Bevölkerung.
Arenas hat seine Homosexualität nie verborgen. Sexuelle Abenteuer findet er immer und überall. Er genießt sie, bringt sich damit aber auch in Gefahr. So schwärzen ihn Staatsdiener, die sich gerade noch mit Arenas vergnügt haben, danach genau deswegen an. Voller Hass, ja voller Abscheu begegnen ihm die überwiegend antihomosexuell eingestellten Behörden. So muss er Gewalt erfahren, wird entrechtet, aus der Gesellschaft ausgestoßen und eingesperrt. Man will ihn in der Gesellschaft nicht haben, gestattet ihm aber auch nicht, sich zu entfernen.
Alles in allem keine leichte Kost, aber ein Buch, das es wert ist, gelesen zu werden.

Verfilmung von „Bevor es Nacht wird“ von Reinaldo Arenas:

USA 2000 | Regie: J. Schnabel
DVD | 131 Min. | FSK 12
„Der Film zeigt einige Episoden seit der Kindheit von Reinaldo Arenas. Nachdem schon seine Lehrerin einen starken Hang zur Poesie in ihm entdeckt hat, schreibt Reinaldo als Erwachsener in Havanna sein erstes Buch und wird dafür hochgelobt. Es wird gedruckt, und als weitere Belohnung darf er in der Bibliothek arbeiten. Dabei trifft er Pepe, seinen späteren Freund, und zieht bei einer Bekannten von ihm ein. Er schätzt sich glücklich, im Besitz einer Schreibmaschine zu sein und kann nun schneller und auch ungestörter schreiben. Aber im Kuba der 1970er Jahre ist nicht nur Homosexualität strafbar. Sämtliche nachfolgende Bücher werden zensiert und verboten. Pornografie ist der angebliche Grund, jedoch ist es im Castro-Regime kaum erlaubt, auf irgendeine Weise kreativ zu sein, weil die Gefahr besteht, es könne sich gegen das Regime wenden. An einem sonnigen Tag am Meer gerät Reinaldo in einen Streit mit seinem Freund Pepe. Dabei kommt es zu einer Prügelei. Währenddessen stiehlt man ihnen die gesamte Kleidung und Reinaldo entschließt sich dazu, dies der Polizei zu melden. Die jugendlichen Täter werden unweit des Tatorts gestellt, behaupten aber in ihrer Not fälschlicherweise, Arenas hätte sie sexuell belästigt. Arenas wird verhaftet. Er nutzt eine Unachtsamkeit der Wärter, um zu fliehen. Ein weiterer Fluchtversuch mit einem Autoreifen, der ihn über das Meer nach Florida bringen soll, scheitert.
Er taucht unter, beschwert sich in einem Brief über die Verfolgung und Unterdrückung seiner Person und versteckt diesen unter einem Stein. Kurz danach wird er erneut verhaftet – unter den Vorwürfen der Homosexualität und der Spionage. Er kommt in ein Gefängnis in einer alten Fortanlage. Dort bitten ihn zahlreiche Mitgefangenen, für sie Briefe zu schreiben. Dafür bekommt er Zigaretten, die im Gefängnis ersatzweise als Geld dienen, um sich neues Papier und Stifte leisten zu können. Seine Geschichten versucht er dann mit Hilfe des Transvestiten Bon Bon herauszuschmuggeln. Bon Bon ist bekannt dafür, dass er durch sexuelle Ausschweifungen einen enorm großen „rektalen Raum“ bietet, um Dinge aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Nach einiger Zeit wird Arenas dann entlassen und bekommt sein erstes gedrucktes Buch zu sehen. Er selbst allerdings hat nicht einmal eine Existenz. Als Fidel Castro entscheidet, dass unerwünschte Menschen aus Kuba ausreisen sollten, entschließt sich auch Reinaldo Arenas dazu. Jedoch gibt es eine Liste von Menschen, die das Land nicht verlassen dürfen. So ändert er kurzerhand seinen Namen im Personalausweis durch einen kleinen Strich in Arinas statt Arenas. Dies funktioniert schließlich und er emigriert in die USA. Dort hält sein Glück allerdings nicht lange an. Nach einiger Zeit des Zusammenlebens mit seinem nicht-schwulen Freund Lázaro wird bei ihm HIV diagnostiziert. Schließlich nimmt er eine Überdosis Pillen zusammen mit einigen Mengen Alkohol ein, die allerdings nicht ausreichen, um ihn zu töten. Also erstickt ihn sein Freund Lázaro mit einer Plastiktüte, um seinem erbärmlichen Dasein ein Ende zu setzen.“
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