John Niven “Gott bewahre”


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John Niven “Gott bewahre”Heyne 2012 | gebundenes Buch
400 Seiten | 9,99 €
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Klappentext
Kaum hat Gott sich im Himmel eine kleine Auszeit gegönnt und seinem Sohn Jesus Christus die Geschäftsführung überlassen, schon herrscht auf Erden das nackte Chaos. Bürgerkriege, Umweltsünden, Armut, Hassprediger, tödliche Krankheiten, moralischer Verfall und gnadenloser Kommerz, so weit das Auge reicht. Was wurde aus der Menschenliebe und dem einzig wahren Gebot: „SEID LIEB“? Gott denkt nach und findet nur eine Lösung – sein Sohn Jesus muss erneut auf die Erde zurückkehren, um Gutes zu tun. Doch werden die Menschen auf JC hören?
[Anmerkung der Literatunten: Nebenbei erfahren wir, dass Gott Schwuchteln liebt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass seine beiden Assistenten Sebastian und Lance stockschwul sind.]


Gerds Meinung
Vielleicht bin ich zu alt für diesen Roman?
Die Idee, Jesus Christus Abenteuer bestehen zu lassen, die so nicht in der Bibel stehen, ist nicht gerade gebräuchlich. Ihr haftet wohl ein wenig der Ruch des Ketzerischen an, vor dem man sich halt in der christlich tradierten Welt scheut, selbst wenn man kein Christ ist. Aber er wurde durchaus schon in anderen Romanen benutzt (z. B. Christopher Moore „Die Bibel nach Biff“). Aber während ich die Mooresche Biff-Bibel äußerst amüsant fand, sehr lesbar, sehr witzig, bin ich vom vorliegenden „Gott bewahre“ von John Niven nicht überzeugt. Mal davon abgesehen (wir sind hier in einem schwulen Literaturforum und also wollte ich es zumindest erwähnen), dass das Thema „Schwule“ nur eine außerordentlich untergeordnete Rolle spielt, finde ich die Idee gut: Würde Jesus Christus heutzutage auf Erden wandeln, würde er gerade in der christlichen Welt als Spinner angesehen. Das sagt eine Menge über uns aus. Und über die von den Kirchen verwaltete Religion. Warum ist konsequent angewendete Nächstenliebe heutzutage so wenig anerkannt, warum haftet ihr heute gleich etwas Irres an? Basiert denn nicht eigentlich das Christentum auf der Idee der Nächstenliebe? Niven zeigt genau diesen Widerspruch. Nur scheint mir sein Plot insgesamt etwas verwirrend. Es fehlt ein wenig ein roter Faden. Das Buch wirkt wenig komponiert, eher spontan hin- und hergerissen. Der Autor ist m. E. zu sehr witzigen Einfällen verhaftet, statt der klugen Idee zu folgen. Jüngere Leser im Kiffer-Alter finden das Buch sicher umwerfend.
Nun: ich bin vielleicht schon zu alt. Summa: mal was anderes; lesbar, aber kein „Muss“.



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