John Boyne „Das späte Geständnis des Tristan Sadler“

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John Boyne “Das späte Geständnis des Tristan Sadler”Arche 2012 | gebundenes Buch
333 Seiten | 19,95 €
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Klappentext
London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Als Gepäck trägt Tristan ein Bündel Briefe mit sich und seine Erinnerung.
In Norwich trifft sich Tristan mit Marian in einem Café. Er erzählt ihr von seiner ersten Begegnung mit Will im Ausbildungslager Aldershot; von der Schiffspassage nach Nordfrankreich, vom Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenken. Und er legt Zeugnis darüber ab, wie Will sein Leben einsetzt, um sich unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren. Tristans erschütternder Bericht ist ebenso schonungslos wie ungeheuerlich, und doch bleibt er Marian die schrecklichste Wahrheit schuldig – vorerst.


Kritikermeinungen
Colm Tóibín:
„Ein wundervolles, zu Herzen gehendes Buch“
Friedhelm Rathjen (literaturkritik.de) findet,
der Autor wolle uns belehren, dass 1916 die Moral auf den Kopf gestellt sei: während der Krieg ja in Wirklichkeit schlimm sei und Homosexualität nicht, behaupte die damalige Gesellschaft genau das Gegenteil. Dagegen renne der Protagonist des Romans an und scheitere letztlich. Die Story sei vorhersehbar und langweilig, der Duktus platt. – Ein Verriss!
Alexander Müller (F. A. Z.)
kann sich für den Roman ebenfalls nicht begeistern. Er sieht die Geduld der Leser stark überstrapaziert. Der Roman erzähle von einer Männerliebe, von Selbstverleugnung und Verrat, aber eben auf eine Weise, die dem Rezensenten auf die Nerven ging.
Torsten Lager (Bücherstube Fuhlsbüttel)
dagegen empfiehlt den Roman ausdrücklich als sein Lieblingsbuch in Deutschlandradio Kultur.


Gerds Meinung
Ich kann die Kritik Fridhelm Rathjens und Alexander Müllers nur bedingt verstehen. Als Lieblingsbuch würde ich den „Sadler“ nicht bezeichnen und vielleicht kann man den Schluss tatsächlich schon vor den letzten Seiten erahnen, aber als das Erahnte dann tatsächlich gedruckt vor mir stand, verschlug es mir doch den Atem. Vielleicht muss man ja selbst schwul sein, um mit Sadler mitfühlen zu können, wenn er diskriminiert wird und wenn er schließlich tut, was er glaubt, tun zu müssen. Ich empfehle Boynes Buch ausdrücklich zur Lektüre.



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