Joe Haldeman „Der ewige Krieg“

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Heyne 2014 | Taschenbuch
394 Seiten | 8,99 €
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Klappentext
Es herrscht Krieg. In gigantischen Raumschiffen werden die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von einem Gefecht zum anderen befördert. Doch während diese Gefechte für sie nur einige Monate dauern, vergehen auf der Erde Jahrhunderte, und bei ihrer Rückkehr in die Heimat stoßen sie auf eine völlig fremde Welt … Einer der berührendsten Antikriegsromane, die je geschrieben wurden – Joe Haldeman zeigt uns, wie Krieg jegliche Logik ad absurdum führt.
Was „Buecher.de“ verschweigt: Die Soldaten reisen in riesigen Raumschiffen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit zu den unvorstellbar weit entfernten Schlachtfeldern und auf der Erde vergehen dabei Jahrhunderte. Als sie von einem der Gefechte zurückkehren, sind alle Menschen homosexuell geworden, Heterosexualität gilt als „heilbare Funktionsstörung“.
(Empfehlung: „Eisenherz“ 8/14 & 6/15 | „Löwenherz“ 10/14)


Gerds Meinung
Irgendwie gerate ich bei diesem Roman zwischen Baum und Borke. Utopische Romane fand ich schon als Kind gut. Wenn die Logik des Romans in sich konsistent ist und die Handlung folgerichtig darauf aufbaut, löse ich mich gerne von der Realität und tauche in die verblüffenden Wendungen und Konsequenzen einer phantastischen Geschichte ein. All das bietet „Der ewige Krieg“. Er ist gut geschrieben, kurzweilig, interessant, manchmal vielleicht etwas zu techniklastig. Er hält tolle Bonmots parat: „… wie jede Realität illusorisch und vom Betrachter abhängig wird, wenn man sich mit der Allgemeinen Relativitätslehre befasst. Oder mit Buddhismus. Oder mit dem Sinn der Wehrpflicht.“ (1. Teil, Kap. 10) Und er zeigt die Absurdität des Krieges an sich, wenn nach etwa 1.100 Jahren gnadenlosen Kampfes festgestellt wird, dass der Anlass dazu ein Missverständnis war und all die Leiden, die Toten zu verhindern gewesen wären. Er ist ein gutes Antikriegsbuch. Er wäre vielleicht sogar ein gutes Buch. Wenn … Tja, wenn der Autor die Ursache all der Aggressivität nicht in der Überbevölkerung gesucht und als Lösung des Problems eine allgemeine Homosexualität angeboten hätte. Auf den ersten Blick ein lustiger, schwulenfreundlicher Einfall. Welcher Schwule lebte nicht gern mal in einer nur aus Schwulen bestehenden Gesellschaft? Bei genauerer Betrachtung birgt er aber eine längst überholt geglaubte Sicht auf die Homosexualität: dass man Homosexualität erzeugen, dass man homosexuell konditioniert (verführt?) werden könne – und dass man dann genau so eben homosexuelle Menschen auch wieder heterosexuell „machen“ kann. Und da sträuben sich mir dann doch die Nackenhaare…



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