Angelika Felenda „Der eiserne Sommer“

Am Seitenende kannst Du Deine Meinung zum Buch äußern!
 
Suhrkamp 2014 | Taschenbuch
435 Seiten | 14,99 €
versandkostenfrei bestellen: buecher.de
Verfügbarkeit recherchieren: Berliner Bibibliotheken
 
Dieses Buch gibt es für 12,99 € auch als eBook.
eBook-Download bestellen: buecher.de
 
Und für 11,95 € als Hörbuch.
Hörbuch-Download bestellen: buecher.de


Klappentext
Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte.
(Empfehlung: „Eisenherz“ 9/14, 11/14 & 12/14 | „Siegessäule“ 10/14)


Bens Meinung
Im heißen Sommer 1914 wird nahe eines von Offizieren frequentierten Vergnügungslokals an der Isar eine Leiche gefunden. Der Tote hatte anscheinend enge Kontakte zu Offizieren und anderen Herren der Gesellschaft, die er für Erpressungen nutzte. Ist sein Tod wirklich einem Sturz im Rausch zuzuschreiben oder steckt mehr dahinter?
Kommissär Reitmeyer, der nach abgebrochenem Jurastudium bei der Kriminalpolizei Karriere gemacht hat, stößt auf Ungereimtheiten, denen er in der aufgeheizten Vorkriegsatmosphäre Münchens nachgeht. Seine Vorgesetzten bremsen oder ermutigen ihn, je nachdem, welche Rolle sie selbst in den politischen Strömungen spielen. Aber an der Wahrheit sind sie nur insofern interessiert, als sie ihrer „Sache“ dienen könnte. Und auf keinen Fall darf ein Schatten auf das Militär fallen – schon gar nicht jetzt, wo ein Krieg vor der Tür steht!
Angekündigt wird dieser spannende Kriminalroman als „Kommissär Reitmeyers erster Fall“, also als Auftakt zu einer Reihe von Krimis mit wiederkehrenden Figuren. Diese werden hier eingeführt: die mehr oder weniger hilfreichen Kollegen, der bärbeißige Amtsstubenaufseher Brunner, der intelligente und übereifrige Polizeischüler Rattler, und natürlich die Vorgesetzten Reitmeyers, Oberinspektor Klotz und der Polizeipräsident selbst. Ihnen wird man in den folgenden Romanen sicher wieder begegnen.
Das Ganze ist abwechslungsreich und unterhaltsam geschrieben, der Spannungsbogen wird gehalten und die zwischenmenschlichen Verwirrungen und Probleme (ein love interest gibt es natürlich auch) sind stimmig und nachvollziehbar geschildert. Einzig die für die damalige Zeit ungewöhnlich tolerante Sichtweise des Protagonisten auf Phänomene wie Homosexualität, Cross Dressing usw. überzeugt mich nicht ganz. Sie wirkt, als sei sie ihm aus dem Heute aufgepfropft – woher hat ein bayrischer abgebrochener Jurastudent, der später bei der Kriminalpolizei gelernt hat, diese Toleranz und Unvoreingenommenheit? Ich sage nicht, dass eine solche Haltung nicht möglich gewesen wäre, aber sie ist erklärungsbedürftig. Die Antwort bleibt die Autorin leider schuldig. Ihre Charaktere haben wenig inneren Charakter, sie haben sozusagen keine persönliche Geschichte, die sie formt, keinen Hintergrund, der die Begründung für diese oder jene Überzeugung liefern könnte. Aber vielleicht kommt das ja noch.



Trifft dieser Artikel Dein Interesse?
Dann interessieren sich sicher auch Deine Freunde dafür. Berichte in Deinem Netzwerk davon!

(Die LITERATUNTEN schützen Deine Privatsphäre: Die Seite stellt den Kontakt zu Deinem Netzwerk erst her, wenn Du auf den Netzwerk-Button klickst.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*