Alain Claude Sulzer “Ein perfekter Kellner”

Am Seitenende kannst Du Deine Meinung zum Buch äußern!
Buch des Monats März 2013
 
Alain Claude Sulzer “Ein perfekter Kellner”Prix Médicis für ausländische Literatur 2008
 
Edition Epoca 2004 | gebundenes Buch
218 Seiten | 21,00 €
versandkostenfrei bestellen: buecher.de
Verfügbarkeit recherchieren: Berliner Bibibliotheken


Klappentext
Über das Begehren und die Leidenschaft
Der Roman beginnt in den dreißiger Jahren im vornehmen Parkhotel bei den Gießbachfällen hoch über dem Brienzersee im Berner Oberland. Erneste arbeitet als Kellner und soll den Neuankömmling Jakob unterweisen. Sie verlieben sich ineinander. Leider muß Erneste feststellen, daß Jakob ihn betrügt und sogar für einen älteren, zahlungswilligen Mann, einen berühmten Schriftsteller, verläßt. Tief verletzt geht Erneste seinen Weg und wird überraschend nach Jahrzehnten von seiner Lebensliebe um einen dreisten Gefallen gebeten. Alain Claude Sulzer hat ein stilistisch schnörkelloses Werk geschaffen: ein Lesebuch über die große Liebe und den Verrat.


Kritikermeinungen
Ursula März (Die Zeit)
ist sehr beeindruckt und hat großen Respekt vor der „geradezu klassische[n], ja altmodische[n] Souveränität“ und der „distinguierte[n] Sprache“ Sulzers.
Joseph Hanimann (F. A. Z.)
findet diesen Roman bezaubernd. Darin würde eine graue Existenz in „zarte[n] Farbtönen“ abgebildet, „als wäre ein üppiger Zauberberg im verinnerlichten Mattglanz einer einfachen Liebesgeschichte neu abgelichtet worden“.
Gieri Cavelty (NZZ)
gefällt, wie liebevoll Sulzer mit dem Protagonisten des Romans umgehe. Auch wenn er sich etwas mehr Temperament gewünscht hätte, werde der Roman von einer stillen Spannung gehalten.
Volker Breidecker (SZ)
bescheiniugt Sulzer ein Talent für „feine Miniaturen und kleine Beobachtungen“ und einen „subtilen literarischen Anspielungsreichtum“. Der Roman sei zwar manchmal etwas maniriert, bereitete dem Rezensenten aber viel Freude.
Andreas Heineke (Bücher)
„Die, im Wesentlichen zurück erzählte Geschichte einer homosexuellen Liebe und einer dramatischen Wende … lässt an die Novellen des großen Stefan Zweig denken. Seelische und körperliche Zweisamkeit, zermürbende Eifersucht und Verlust. Sulzer hat einen Klassiker der verzweifelten Liebe geschaffen.“


Gerds Meinung
Erneste und Jakob sind Kellner in einem Schweizer Hotel. Sie erleben einen Sommer innigster Liebe zueinander. Während Erneste aber völlig mit seinem Leben zufrieden ist, nichts an seiner Situation ändern will, erwartet Jakob mehr für sich. Um zu bekommen, was er will, ist er zu wirklich allem bereit. Jakob ist sich seiner Wirkung auf andere Männer bewusst. Er nutzt sie aus. Klinger, ein älterer, berühmter Schriftsteller, verfällt Jakob genauso, wie zuvor Erneste. Erneste kann Jakob nichts geben außer Liebe; Klinger bietet ihm die Aussicht auf Amerika.
Jakob wählt Amerika und wird später auch Klinger verraten; Erneste bleibt Zeit seines Lebens ein perfekter Kellner, geht nie mehr eine neue Beziehung ein, bleibt immer ein Schatten im Hintergrund. Drei Lebensentwürfe scheitern in diesem Roman – an den Umständen, an der Sprachlosigkeit, an Jakob.
Das Buch hat zum Glück zwar kein Happy End, aber das Ende lässt hoffen. Sprachlich perfekt und geschliffen erinnert die Erzählkunst des Romans an den gleichen berühmten Schriftsteller, wie die Figur Klingers. Sulzer hat ein gutes Stück Literatur erschaffen.


Literatunten-Meinung
Gleich vorweg: Gefallen hat das Buch allen Teilnehmern am Literatunten-Treffen.
Besonders hervorgehoben wurde die literarische Qualität des Werkes: sprachlich geschliffen, perfekt in Wortwahl, Syntax, Sprachmelodie. „Ich fand es schade, dass das Buch zu Ende war!“, war eine geäußerte Meinung. So sollte gute Lektüre sein.
Sulzers Idee, die Gedanken und Motive aller handelnden Personen in dieser Geschichte offen darzulegen, bis auf die Gedanken und Motive Jakobs, der Person also auf die sich die Sehnsüchte und Handlungen der anderen Personen konzentrieren, macht den besonderen Reiz des Romans aus. Daraus entspann sich im Laufe des Abends eine lebhafte Diskussion, an deren Ende wohl ein jeder gedanklich bereichert wieder nach Hause ging.



Trifft dieser Artikel Dein Interesse?
Dann interessieren sich sicher auch Deine Freunde dafür. Berichte in Deinem Netzwerk davon!

(Die LITERATUNTEN schützen Deine Privatsphäre: Die Seite stellt den Kontakt zu Deinem Netzwerk erst her, wenn Du auf den Netzwerk-Button klickst.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*