Abdellah Taïa „Der Tag des Königs“

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Abdellah Taïa “Der Tag des Königs”Suhrkamp 2012 | gebundenes Buch
178 Seiten | 19,95 €
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Klappentext
An der Straße von Rabat nach Salé wartet eine Menschenmenge auf die Ankunft Hassans II., des Königs von Marokko. Mitten darin zwei Jungen: Khalid stammt aus einem herrschaftlichen Haus im reichsten Viertel der Stadt, Omar aus der armen Vorstadt. Dennoch sind sie unzertrennlich. Omar liebt Khalid, den feingliedrigen Jungen mit der zarten Haut und den überspannten Ideen. Und Khalid Omar, der mit seinen vierzehn Jahren schon die Verantwortung für seinen Vater trägt.
Doch unter dieser Beziehung der beiden ungleichen Jungen lauern Abgründe. Und jetzt ist überdies Khalid ausgewählt, als reichster und bester Schüler der Klasse dem König die Hand zu küssen. Er hat Omar nichts davon gesagt. Dieser Verrat läßt die Kluft zwischen beiden aufbrechen und verlangt ein Opfer.
Lakonisch, dramatisch, mit kunstvoller Theatralik erzählt der marokkanische Autor Abdellah Taïa, wie Liebe umschlägt in Gewalt unter einem von sozialer Ungleichheit und Tabus geprägten despotischen Regime.


Kritikermeinungen
Astrid Kaminski (Frankfurter Rundschau)
sieht sich als Zeugin eines Tabubruchs. Taïa spare nicht mit „Schilderungen homosexueller Sinnlichkeit“, benutze diese jedoch nicht als reine Provokation, sondern zeige die strengen Grenzen der marokkanischen Gesellschaft, deren Übertretung den Weg zur Gewalt ebneten.
Thorsten Schulte (literaturkritik.de) nennt den Roman
eine „dramatisch-mitreißende Geschichte“. Kunstvoll umschlinge Taïa das Gewissen des Lesers in stakkatohaften Kurzsätzen und verzweifelten Ausrufen. Der Strudel von Worten, Träumen, Gedankenströmen und Erlebnissen der Jungen gleiche einem unangenehmen Rausch, der sich im Verlauf des Romans beschleunige und ein dramatisches, tödliches Ende fände.
Kersten Kipp (F. A. Z.)
liest von der „sozialen und politischen Stagnation Marokkos in den 1980er Jahren“ und zeigt sich dabei von dem Roman durchaus gefesselt.
Katharina Borchardt (taz)
hat das Buch mit einigem Interesse gelesen.
Angela Schader (NZZ)
findet die „konfliktreiche, obsessive Liebesziehung“ der beiden Jungen in einem „vielversprechenden“ Buch geschildert und lobt die „zwischen Expressivität und kunstvoller Patzigkeit“ springenden Dialoge und die „subtile“ Schilderung der fast surreal scheinenden Welt.


Gerds Meinung
An den Stil musste ich mich erst etwas gewöhnen: sehr kurze Sätze, häufige Wiederholungen. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, ein sehr lesenswertes Buch. Das letzte Kapitel allerdings finde ich überflüssig.



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